Senioren beraten Senioren
Suchen Sie jemanden, der Ihnen die Funktionsweise des E-Banking erklärt? Oder haben Sie Fragen zum Wohneigentum, zu Ihrer Hypothek oder was Ihr Erbe angeht? Die Basler Kantonalbank (BKB) bietet unter dem Motto "Senioren beraten Senioren" zahlreiche Dienstleistungen an, die bei der älteren Zielgruppe gut ankommen. Das Basler Seniorenforum ist kürzlich mit einer ergänzenden Wunschliste an die Basler Kantonalbank herangetreten. Ein Gespräch mit Willy Hotz, Leiter der Seniorenberatung bei der BKB.
Zeit ist knapp und Zeit ist teuer, vor allem in der Arbeitswelt: Das bekommen viele Kundinnen und Kunden zu spüren, wenn sie Beratungsdienste irgendwelcher Art anfordern. Alles muss schnell gehen. Der Nächste bitte.
Dieses Dilemma hat die Basler Kantonalbank (BKB) schon vor Jahren erkannt - und reagiert. Die Zielgruppe 60 plus vor Augen wurde 1997 ein Partnerschaftsvertrag mit der Pro Senectute abgeschlossen. "Das Ziel heisst Förderung und Unterstützung der Aktivitäten zum Wohle älterer Menschen durch pensionierte Mitarbeitende der Bank", fasst Willy Hotz die Idee zusammen. Das Angebot stosse auf regen Anklang. Der 63-jährige Leiter der Seniorenberatung bei der BKB war vor seiner Pensionierung vor drei Jahren insgesamt 36 Jahre, unter anderem als Filialleiter an der Spiegelgasse und am Burgfelderplatz, bei dieser Basler Bank tätig.
Wo aber liegt nun genau der Unterschied zwischen einer "gewöhnlichen" Beratung eines Kunden im Vergleich zur Beratung eines Seniors oder einer Seniorin? "Wir haben Zeit, und die Kunden erwarten das auch von uns", bringt Willy Hotz den grössten Unterschied auf den Punkt. "Und wir sind alle pensioniert". Mit "Wir" spricht Hotz das runde Dutzend Beratende der Bank an, alles Ehemalige. Von der Kompetenz, die sich über die vielen Jahre auf den verschiedensten Gebieten bei den Bankfachleuten angesammelt habe, sollen die älteren Kunden nun profitieren können. Und da Kunde und Berater in einem ähnlichen Alter seien, entstehe vielfach auch schneller eine gewisse Nähe und Vertrautheit in der Kundenbeziehung. Bei Bedarf sucht der Seniorenberater seine Kunden beim ersten Mal auch zu Hause auf, kostenlos übrigens.
Ein vollwertiger Ersatz für das Bankpersonal können und dürfen die Seniorenberater allerdings nicht sein. "In erster Linie sind wir Vermittler", macht Willy Hotz klar. "Wir nehmen Bedürfnisse und Wünsche entgegen und analysieren einen Sachverhalt mit dem Kunden. Und wir agieren als Türöffner zu einer Verbindungsperson bei der Bank".
Geld müssen die Kunden bei der Erstberatung und bei Abklärungen keines zur Hand nehmen. Kostenpflichtig werden Dienstleistungen in einer zweiten Phase bei konkret nachgefragten Beratungen etwa bezüglich Steuer- und Erbschaftsangelegenheiten.
In einer Sitzung des Seniorenforums des Kantons Basel-Stadt mit Vertretern der Basler Kantonalbank wurden anfangs April dieses Jahres eine Liste von weiteren Anliegen vorgetragen, deren Realisierbarkeit noch näher abgeklärt wird. Zur Debatte steht zum Beispiel eine nutzergerechte Schulung im Bereich Prävention und Sicherheit (Entreissdiebstähle, Enkeltrick etc.) Auf der Wunschliste figuriert ferner die Einrichtung von speziellen Bedienungszeiten für Seniorinnen und Senioren bei niedrigem Publikumsandrang. Und last but not least möchten sich die älteren Semester in technischer Hinsicht schulen lassen. Konkret angesprochen wurde die Bedienung von Bankautomaten, Fragen zum Bargeldbezug sowie Einzahlungen und Überweisungen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
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